Rügen
Wenn mal alles klappt - Rügen "on the rocks"
"Das Wasser ist erst 5°C kalt - vielleicht zu kalt?!", denke ich, und "durchgerockt" von der Woche mit Messebesuch in Frankfurt bin ich auch.
Aber was soll´s ? Nur der Blinker (oder die Fliege) im Wasser fängt und deshalb quäle ich mich mit der gesamten Wat-Ausrüstung in einer einzigen IKEA-Tüte zum Hauptbahnhof Hamburg. "Was wollen die alle hier? Ich will wieder nach Hause" geht es mir durch den Kopf, als ich mich zum Regionalzug nach Ahrensburg kämpfe und diesen letztendlich besteige, irgendwie ein wenig angewidert vom ruhelosen Treiben und Gerempel in der Stadt. In Ahrensburg angelangt empfängt mich mit breitem Grinsen Mike Luner von www.beluga-fishing.de. Liegt das jetzt an dem Bild, das ich abgebe oder an der Tatsache, dass die Fischerei auf Rügen z.Zt. wieder exzellent ist ? 
Sei´s drum.... wir warten noch auf unseren dritten Kollegen mit Sohn, so dass unsere Fahrgemeinschaft um 20:00 Uhr Richtung Rügen losfahren kann. Gegen 23h auf Rügen angekommen gibt es noch etwas zu essen und dann schnell ins Bett, da wir am nächsten morgen früh mit dem Boot raus wollen.
Gesagt getan: Am nächsten morgen donnern wir mit der Beluga an Kap Arkona vorbei auf die offene Ost-See. 
Das vermuten wir zumindest, denn zu sehen ist nichts, da sich ein feucht-kalter Nebel beharrlich an der Nordküste Rügens festgebissen hat.Was soll ich schreiben: Kurz nachdem Skipper Mike die Köder zu Wasser gelassen hat, melden sich die Multirollen mit aufregendem Gekreische. Mike hat es einfach drauf; darüber gibt es keine Zweifel. Da unser dritter Mann etliche Fische verliert (kann passieren), landen am Ende nur zwei davon im Boot, aber was für schöne. Und ich: hab die meiste Zeit geschlafen und die Woche "verarbeitet". Ach ja; einmal bin ich dann aufgestanden, um einen riesen Fisch am Planerboard zu drillen. Leider war es dann doch der "kleinere" der Beiden, aber Lachs ist Lachs......
Erholt von dem schönen Tag auf der See - ok, wir haben uns abgewechselt, wer bei Wellengang auf´s Radar glotzt - gehen wir noch wunderbar essen und fallen
früh dem Schlaf der Gerechten zum Opfer. Vorher lerne ich noch Heiko Dencker kennen, ebenfalls ein bekannter Spezialist für den Fang von Meerforellen und Lachsen.
Er verspricht, mich am nächsten Morgen bei der Küstenfischerei zu guiden. Das nehme ich doch gerne an und verabrede mich mit ihm am kommenden Morgen um 7:00 Uhr. Nächster Morgen 08:30 Uhr...... Heftiges Klopfen an der Tür meiner Privatpension. Heiko hänselt und gretelt mich ob meiner überschwänglichen Versprechungen am Vorabend... zu recht.
Schnell einen Kaffee getrunken und die Watklamotten an. Mike ist schon seit 06:00 Uhr unterwegs und guided ein Paar Gäste aus Süddeutschland.
Der erste Spot den wir befischen, schenkt uns nach 10 Minuten je einen Fisch. So kann´s gehen. Da meiner - wieder der Kleinere - angeblich keine 45cm haben soll, stopft Heiko ihn
mir in die Rückentasche meiner Jacke. Vielen Dank Heiko, das Teil stinkt immer noch und der Fisch war 45cm!!
Da die Strömung dreht, beschließen wir den Spot noch einmal zu wechseln und am Platz angekommen, sehen wir uns von je einem Netz rechts und links, sowie einem Boot, von dem aus 3 Personen fischen, umzingelt. Trotzdem feuern wir unser Blech gen Horizont, bzw. gen Boot. Nach einer 3/4 Std. scheint Heiko die Segel streichen zu wollen, denn er muss schon mittags nach Hamburg zurück. Ich folge ihm aus dem Wasser mit den Worten: "Nur noch diesen Wurf...." Und das war sie dann, die 72er Trutte, die sich wahrscheinlich einfach zwischen Netz, Castinganglern und uns entscheiden musste - 
rausgekommen wäre die eh nicht mehr, so wie wir die Fische eingekreist hatten.....
So, und jetzt hatte ich den Größten, versorgte die Fische und legte mich noch mal ins Bett, um für die neue Woche gewappnet und ausgeruht zu sein. Ein perfektes Wochenende! 
Aber vor den Erfolg hat der liebe Gott die Mühen gesetzt; das wurde mir wieder einmal klar......
Am Ende vielleicht noch ein Satz in eigener Sache: Damit der Lachsbestand in der Ost-See erhalten bleibt, appelliere ich an alle Angler, das Fanglimit von 3 Salmoniden pro Tag und Mann in Mecklenburg nicht auf Krampf auszuschöpfen, wenn es gut läuft, aber auch daran, es auf jeden Fall einzuhalten. Außerdem sind die kleinen, sog. Fresslachse weitaus weniger belastet als die Meer-Seewinter-Fische und schmecken meines Erachtens auch besser..... Also seid bitte vernünftig und haltet Mass, auch wenn es manchem schwerfallen mag. Danke!

always tight lines
Ben Galler
www.loadafish.com